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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
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Z4 V. Brief. Die Königin

Fünfter Brief.

Äls die Königin in Jerusalem ankam, erschien sie un-gesäumt vor dem Könige Salomo, und legte ihm alledie Fragen und geheimen Dinge vor, aus deren rich-tigen Beantwortung sie die Große seiner berühmtenWeisheit erforschen wollte.

Dem Konig Salome», der mit oem Geiste der Weisheitund der Erkenntnis von Gott gcsalbct, und in so hohemMaaße begäbet war, daß er unter andern von sich rüh-men konnte: Mir ist gegeben gewisse Erkenntnis allesDinges auch was die Leute im Sinne haben; alleswas heimlich und noch so verborgen ist weiß ich rc,Sap. 17. ihm war eS wohl ein Geringes, der Kö-nigin nicht nur alle ihm vorgelegte Fragen zu beantwor-ten; sondern ihr auch dasjenige zusagen, was sie viel-leicht .verschwieg und im Verborgenen behielt. OhneZweifel wird die Königin mit Erstannen über diese Er-fahrungen und mit Gefühl des Göttlichen, was im Sa-lome war, durchdrungen worden seyn. Doch ihr Be-griff von der Grösse Salomons wurde noch mehr erhöht,als sie auch Augcnzeugin von dem Umfange seiner Reich-thümer und seiner äußerlichen Herrlichkeit wurde, inwelcher sich (so zu sagen) seine Weisheit im majestäti-schen Gewände dem Auge der erstaunten Königin vonneuem darstellte; besonders aber, da sie die unbeschreib-liche Pracht des Tempels sähe, welchen Salomo Gotterbauet hatte; ferner den Ueberflus und die Kostbarkeitder taglichen Speisen; die große Anzahl seiner Diener,deren verschiedene Acmter, die Menge der Brand-Opfer,die er dem Herrn seinem Gott opferte u. s. w. IhrErstaunen war nun über alles, was sie gehört und