— 31 —
thums, so fällt doch bei Swedenborg jeder Grund ihrerErscheinung hinweg.
So war also, hält mir vielleicht Jemand entgegen,Swedenborg ein Betrüger? Nein, das war er nicht.Mithin war er ein Sclbstbctrogcncr? — das war er, sageieb mit Herder. Seine Bisionen, Geistergcschichtcnund EngclScrscheinnngen sind Ausgeburten einer krank-haften, überreizten Phantasie, wie deren die Geschichteund Erfahrung unzählige darbietet. Der Keim hiezumag durch seine Erziehung in Swedenborg gekommenseyn. Was diesen Keim bei ihm zu so plötzlicher Ent-faltung brachte, hiefür fand ich in Allem, was ich überihn und von ihm las, keinen mich befriedigenden Er-klärungsgrund. War eS irgend eine äußerliche Bege-benheit, die ihm ans seinen Reisen, namentlich auf dernach Italien zustieß, war es das Bekanntwerden mitirgend einem Manne, der ähnlichen Bestrebungen nacb-hieng, oder war es die Einsamkeit, was ihn zum Gei-sterseher machte? Es ist ein Näthsel, wcrth deS Nach-denkens dcS Psychologen und Physiologen. Wenn EinKopf, sagt Herder, in Galls Sammlung zu dessenBeobachtungen zu wünschen wäre, so ist's Swedenborgs.
*).a, a, O, S. 356.