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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
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175
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d. h. Schrift/ zum Seegens--Gen. fürsHerz. 175

Hier ist nicht die Rede von der Form der Gebendemenschlicher Erkenntnis, sondern von der Basis, vonden Grundpfeilern derselben nicht von dem, was sieeinzeln betrachtet, zu Wissenschaften macht, sondern wassie allgemein genommen Wahres und Feststehendes insich haben, und dem die Wissenschaft nur die verschie-denen Gewände anlegt, in welchen wir solche als un-terschiedene Produkte der Erkenntnis und als verschie-dene Quellen der Erkcnntniß für unfern Geist, und desNutzens und Seegcns für unser Leben, erkennen ^undbetreiben.

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Die menschliche Vernunft kann überhaupt nicht Wis-senschaften erfinden, und hat, solange die Welt steht,noch keine erfunden; Die ersten Grund-Wahrhei-ten aller Wissenschaften hat der Mensch durch Offen-barung, durch mündliche oder schriftliche Traditio-nen überkommen, und was er darauf bauete, warenbloß Folgerungen aus jenen ihm geoffcnbarten Grund-wahrheiten, die er auf dem Wege der Analogie fand,und solche wieder zu Grundwahrheiten annahm, umdarauf neue und anderweitige Systeme zu bauen.

Es ist daher sehr uncigentlich gesagt, daß Menschendie Erfinder dieser oder jener Wissenschaft sind.

S. 46.

Wenn man alle menschliche Erkenntnis auf das re-ducirt, was darum wesentlich wahr ist, so werdenihrer Grundwahrheiten, welche die Wurzel von demvielzwcigigen Baum unserer wissenschaftlichen Erkenntnissind, sehr wenige scyn, und diese letztern alle mußtenihm offenbaret werden von dem Geist von obenohne welchen, wie selbst der Weiseste aller Menschen ge-stand, kein Thun und Erkennen der Menschenauf Erden, wahr und richtig seyn kalnn, Weisheit9, 16-18.