Druckschrift 
11 (1803)
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

190 . - /

zug machte ihm aber ohnedieß wenigerVergnügen, als ihm die Lustbarkeiten undZerstreuungen des Hofes gewahrten. Ver-gebens bemühet«: sich seine kluge GemahlinMarie, Kaiser Karls V Schwester, ihnvon seinem unrhätigcn, ganz der Sinnlich-keit gewidmeten Leben zurückzubringen. Alles,was man zur Sicherheit des Reiches lhat,war, daß man von dem östreichischcn Fer-dinand, dem nächsten Erben, die kroatischenUnd dalmatischen Festungen besetzen ließ.

Indessen wurde die unter den Ungernherrschende Uneinigkeit noch durch das inSiebenbürgen sich ausbreitende Lutherthumvergrößert. Die Bischöfe Kothen ihrenganzen Eifer auf, um den Ludwig zur nach-drücklichen Verfolgung der Protestanten zubewegen. Aber die zahlreichen Siebenbürgentrotzten diesen Verfolgungen. Ludwigs An-schn sank überhaupt so tief, daß es Wer-böcz, der Mann, dem Ungern ein gutesGesetzbuch zu danken hatte, in einer Neichs-versammiung zu Pesth (1524) wagen durfte,sich gegen die Regierung des Königes undseiner Günstlinge laut zu äussern, die bishe-

ri-