Druckschrift 
10 (1802)
Entstehung
Seite
258
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Wie konnte man aber von dem tyran-nisch-strengen Philipp ein schonendes Ver-fahren gegen die ungläubigen Mauren erwar-ten, da er gegen seinen leiblichen Sohn alleväterliche Zärtlichkeit verleugnete! DieserSohn, Don Carlos, heftig und ungestüm,und mehr Herrschsucht als Regierungsanla-gen besitzend, fand sich sehr gekrankt, daßsein Vater ihn von der Theilnahme an derStaatsverwaltung ausschloß, daß er ihn nochüberdies mit kalter Zurückhaltung behandelte.Carlos rächte sich deswegen durch unvorsichti-gen Tadel der Regierung seines Vaters, be-sonders der niederländischen, und er warfans den Herzog von Alba, das vornehmsteWerkzeug derselben, eilten so unversöhnlichenHaß, daß er, wie man sagte, auf dessenLeben einen Anschlag gemacht hatte. Endlichentwarf er, vielleicht von einigen niederlän-dischen Herren aufgemuntert, den Plan, sei-nem Vater die Herrschast über die Nieder-lande, die er nicht mehr behaupten konnte,zu entrcissen, um sie desto sicherer für sich znbehalten. Aber sein Plan wurde dem Vatervcrrathcn. Dieser begab sich, nachdem ervorher, wie er gewöhnlich zu thun pflegte,

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