Druckschrift 
10 (1802)
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

Marie war als Katholikin ihren Unter'thancn verhaßt. Ihr entschiedenster Feindaber war Johann Knox, das Haupt der re-formieren Geistlichkeit, ein äusserst kühner,aufrührerischer, herrschsüchtiger Mann, derdie Mcne öffentlich eine Ielabel nennte,der, ihres liebenswürdigen sausten Betra-gens ungeachtet, sie init dem unleidlichstenTrotze behandelte, der ihre unschuldigstenHandlungen, Balle, Schauspiele, Concertc,der sechst ihren Putz, für Gottlosigkeit er-klärte. Durch diesen strengen Ton wurdedas französische Gefolge der Marie allmahligverscheucht. Die junge, Frcvhcit und Ver-gnügen liebende, in Paris an die großeWelt gewöhnte Königin fühlte sich in Schott-land bald zu eingcsch'osser. Eine glücklicheHeyrath konnte ihr v'cllcicht den Austnthaltin ihrem Vaterlande erträglicher machen.Elisabeth, die sich gegen die Marie sehrschlau benahm, versprach ihr, als sie sichmit ihr zum Scheine aussöhnte, sogar dieThronfolge, wenn sie sich mit einem engli-schen Herrn vcrhevrathcn würde, und sieschlug ihr den Dudley, Grafen von Leiccster,vor; da dieser aber ihr eigner Günstling

war.