Druckschrift 
9 (1804)
Entstehung
Seite
116
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damahls ein, Tincturen zur Verlängerungdes Lebens verfertigen zu können. Währenddaß man an denselben künstelte, erfand mandas Scheide- und Königswasser.

Den damahligen Zustand der Arzncywis-scnschaft kann man sich nun leicht vorstellen.Die Stelle der Erfahrung und Beobachtungvertraten spitzfindige Untersuchungen. Mansetzte auf den Zusammenhang des Körpersmit der ganzen Welt, und besonders mit denPlaneten , ein großes Vertrauen. Manschrieb der Constellation, das heißt dem Stan-de der Gestirne zur Zeit der Gcburlh einesMenschen, einen großen Einfluß zu. Diesermedicinische Aberglaube rührte hauptsächlichvon den Geistlichen her, die sich damahls fastausschließlich mit der Arzneywisscnschaft bc-schässtigtcn; die, ungeachtet es ihnen Conci-lienschlüsse des igten und i4ten Jahrhundertsuntersagten, dennoch fortfuhren, Aerzte abzu-geben, und durch ihre Kunst sich Neichthnmund Ansehn zu verschaffen. Daß sie aberals Aerzte ihre Pflicht nicht immer recht er-füllten, beweiset eine Verordnung eines Eon-ciliums zu Wien (von 1312), daß, zur bes-sern