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1 (1841) Erloschene Orden
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Orden von der Lilie QOrdo Lilii Ponti ficiusj im Kirchenstaat.

Man geräth mit einigen päpstlichen Orden in nicht geringe Verlegenheit,wohin man sie eintheilen soll: unter die geistlichen oder weltlichen, unter dieerloschenen oder noch blühenden Ritterorden? Sie haben Eigenheiten von jenenwie von diesen, sind als Ritterorden eingegangen und bestehen doch noch ingewisser Art als päpstliche Staatsanstalten und als eine Art von Dykasterieu-rechten. Ueber obigen Oi'den sagt Ph. Bonanni S. 77:

„Gleichwie die Bitter von Lorelto von Papst Paul III. zu Beschützung der Anconitanisclien Mark unddie St. Georgenritter zur Beschützung von Bomandiola sind geordnet worden, welcher ihnen zu dem Ende inangeregten Provinzen reiches Einkommen angewiesen und sie mit schönen Privilegien versehen hat: also hateben derselbe Papst, als er in vielen Nöthen steckte, einen dritten Orden, welcher den Kirchenstaat oder dasPatrimonium, Sancti Petri in Tuscia von den Streifereien der Türken rein halten sollte, gestiftet im Jahr 1546.Er nahm 50 Bitter darin auf, die er „von der Lilie“ nannte, weil dieses Land so lustig und angenehm,dass es billig einer Lilie zu vergleichen. Weil auch erwähnte Bitter dem Papst 25,000 Scudi freiwillig ge-steuert, hat er sie zu Participantes und Commensales ernannt, ihnen aus dem Einkommen des Landes einejährliche Pension von 3000 Scudi angewiesen und sonst noch stattliche Freiheiten ertheilt etc. Das Ordens-zeichen war eine goldene Medaille, welche sie am Hals trugen, auf einer Seite mit dem Bildniss der h. Jung-frau zur Eiche, auf der andern mit einer blauen Lilie im goldenen Feld und mit der Umschrift: Pauli III.Pont. Max. Munus. Den Bittern erlaubte er, allenthalben im Kirchenstaat Waffen zu tragen und wies ihnenden Vorrang vor allen übrigen Bittern an; erhob sie auch zu Edelleuten und schrieb vor, dass sie dieEhre haben sollten: in Abwesenheit der Ambassadeurs den Himmel bei Processionen zu tragen, wenn derPapst selbst darunter gehen sollte. Im Jahr 1556 wurde die Zahl der Bitter auf 350 vermehrt “

und später der Orden mit gewissen Aemtern etc. verknüpft, eine Art von Kan-zeleibeliörde daraus gemacht, hätte er hinzufügen können, und so erhalten, ohneeigentlich mehr ein Ritterorden zu seyn.

Orden der „Pius“ genannten Ritter, im Kirchenstaat.

Im Jahr 1559 fühlte die päpstliche Kasse abermals eine solche Leere, dassPius IV. von 325 Männern seines Staats eine Steuer von 187,500 Scudi alsVorschuss erhob, sie dafür zu Mitgliedern eines neuen Collegii oder Ritterordensernannte, ihnen den Titel Pii Participantes verlieh und eine jährliche Pen-sion ertlieilte und manches Privilegium zuiliessen liess. Ueberdies wurden alle, diese Ritter — Edelleute und Pfalzgrafen vom Lateran. Ihr Ordens-zeichen war au goldener Halskette eine goldene Medaille mit dem Bildniss desheiligen Ambrosius auf einer und dem päpstlichen Wappen auf der andern Seite.Derselbe Papst vermehrte später gegen neue Steuererhebung die Zahl der Ritter