300 Der Mensch soll nicht vorwitzig durchgriibcln zc.
von dir fliehen! Oft nützt es viel, daß ein KnechtGottes Solches erträget; denn die Ungläubigen unddie Sünder versuchet er nicht, welche er schon sicherbesitzet, die Gläubigen aber und Andächtigen versuchetund plagt er auf mannichfaltige Weise.
4. Fahre also fort mit einfältigem und ungczwei-feltem Glauben, und tritt mit einfältiger Ehrfurchtzum Sakramente! Und Alles, was du nicht zu ver-stehen vermagst, befiehl sorglos dem allmächtigen Gott!Nicht trüget dich Gott; betrogen wird, wer sich selberallzu sehr glaubt. Gott wandelt mit den Einfältigen,offenbaret sich den Demüthigen, gibt Verstand denUnmündigen, eröffnet den Sinn reinen Gemüthern,und verbirgt die Gnade den Vorwitzigen und Hoffär-tigen. Die menschliche Vernunft ist schwach, und kannbetrogen werden; hingegen der wahre Glaube kannnicht betrogen werden (I Joh. 5).
5. Jegliche Vernunft und natürliche Forschung mußdein Glauben folgen, nicht ihm vorangehen, noch ihnuntergraben! Denn Glaube und Liebe leuchten dortzumeist hervor, und wirken verborgener Weise in die-sem allerheiligstcn und unübertrefflichsten Sakramente.Gott, der Ewige und Unermeßliche, deß Macht ohneEnde ist, thut große und uncrforschtiche Dinge imHimmel und auf Erden, und nicht zu ergründen sindseine wunderbaren Werke. Wären die Werke Gottes