Der Mensch soll nicht vorwitzig durchgrübeln w. 299
(Spr. 25, 27). Gott vermag Größeres zu wirken,als der Mensch verstehen kann. Doch ist eine frommeund demüthige Erforschung der Wahrheit wohl gestat-tet, welche allezeit bereit ist, sich belehren zu lassen,und durch gesunde Aussprüche der Väter zu wandelnbeflissen ist.
2. Selige Einfalt, welche die schwierigen Wegeder Fragen verlässet und fortschreitet auf den ebenenund festen Pfaden der Gebote Gottes! Viele sind derAndacht verlustig gegangen, während sie die höherenDinge durchgrübeln wollten. Glaube wird von direrfordert und ein aufrichtig Leben, nicht Höhe desVerstandes, noch Tiefe der Geheimnisse Gottes. Ver-stehest und fassest du nicht, was unter dir ist, wiewillst du begreifen, was über dir ist? Werde Gottunterwürfig, und demüthige dein Sinnen unter denGlauben, so wird dir gegeben werden der WissenschaftLicht, nach dem es dir nützlich und nothwendig seinwird! (iJoh. 4.)
3. Etliche werden schwer versucht um den Glaubenund das Sakrament, aber das ist nicht ihnen anzu-rechnen, sondern dem Feinde. Sorge nicht, liege nichtim Streite mit deinen Gedanken, gib auch nicht Ant-wort auf die vom Teufel dir eingegebenen Zweifel,sondern glaube den Worten Gottes, glaube seinenHeiligen und Propheten, und der arge Femd wird