254 Daß Gottes große Gütigkeit und Liebe im Sakramente:c.
Zweites Kapitel.
Daß Gottes große Gütigkeit und Liebe im Sakramente demMenschen dargestellet wird.
Stimme des Jüngers.
1. Auf deine Güte und große Barmherzigkeit ver-trauend, trete ich herzu, Herr, ein Kranker zum Heilande,ein Hungriger und Durstiger zum Duell des Lebens,ein Dürftiger zum Könige des Himmels, ein Knechtzum Herrn, ein Geschöpf zum Schöpfer, ein Trostloserzu meinem frommen Tröster. Aber woher wird mirdas, daß du zu mir kommest? Wer bin ich, daß dumir dich selbst darbietest? Wie wagt es der Sünder,vor dir zu erscheinen? Und du, wie würdigest du denSünder, zu dir zu kommen? Du kennest deinen Knecht,und weißt, wie er nichts Gutes in sich hat, weßhalbdu dieß ihm gewährest. Ich bekenne also meine Niedrig-keit, ich erkenne deine Güte an, ich lobe deine Fröm-migkeit, und sage dir Dank für deine allzu große Liebe.Denn um dein selbst willen thust du dieß, nicht meinerVerdienste halben, auf daß deine Gütigkeit mir mehrbekannt, deine Liebe noch reichlicher eingeflößt, und dieDemuth mir vollkömmlicher empfohlen werde, - Darumweil dir dieß gefällt, und du geheißen, daß es alsogeschehe, so gefällt auch nur deine Leutseligkeit, und