Daß der Mensch nicht gar zu kleinmüthig sein soll :c. 237
Unordentliches aus deinem Munde hervorgehen, wovondie Kleinen mögen geärgert werden. Bald wird sichlegen die erregte Bewegung, und der innere Schmerzbei wiederkehrender Gnade versüßet werden. Noch lebeich, spricht der Herr, dir zu helfen bereit, und dichmehr als gewöhnlich zu trösten, so du mir wirst ver-trauen und mich andächtig anrufen (Jes. 49).
3. Sei gleichmüthiger, und gürte dich zu größeremErdulden! Nicht ist Alles vereitelt, wenn du dich öfter inTrübsal oder schwer angefochten erfindest. Du bist Menschund nicht Gott; Fleisch bist du, kein Engel. Wie könntestdu allzeit in demselben Stande der Tugend verharren,da dieß mangelte dem Engel im Himmel und dem erstenMenschen im Paradiese? Ich bin's, der ich die Beküm-merten in Wohlsein aufrichte, und die ihre Schwachheiterkennen, emporhebe zu meiner Göttlichkeit. —
4. Herr, gebenedeiet sei dein Wort, das da istmeinem Munde süß über Honig und Honigseim! Wassollte ich thun in meinen so großen Trübsalen undAengsten, so du mich nicht stärktest durch deine heiligenReden? Wenn ich nur endlich zum Hafen des Heilsgelange, was liegt daran, was und wie Großes ich ge-litten habe? Gib ein gutes Ende! Gib einen glücklichenUebergang aus dieser Welt! Gedenke mein, mein Gott,und leite mich auf rechter Straße in dein Reich! Amen.