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Von der Verderbtheit der Natur :c.
Bösen geneigt ist von Jugend auf. Denn da sie durchden ersten Menschen Adam gefallen und durch dieSünde verderbet worden, ist in alle Menschen dieStrafe dieses Makels hinabgestiegen, daß selbst dieNatur, welche gut und recht von dir geschaffen ist,für Sünde und Schwachheit der verderbten Naturgesetzct wird, darum daß deren Regung, sich überlassen,zum Bösen und zu den niederen Dingen hinziehet.Denn die geringe Kraft, welche zurückgeblieben, ist alsein Funke, der in der Asche verborgen liegt. Das isteben die 'natürliche Vernunft/ umgössen von großerFinsterniß, welche noch ein Urtheil hat des Gutenund des Bösen, eine Unterscheidung des Wahren unddes Falschen, ob sie wohl unvermögend ist zu erfüllenJedes, was sie billiget, und weder des schon vollenLichts der Wahrheit, noch der Gesundheit ihrer Nei-gungen sich bemächtiget.
3. Daher kommt es, mein Gott, daß ich Lusthabe zu deinen: Gesetze nach dem inwendigen Menschen,wissend, daß dein Gebot gut ist, gerecht und heilig,verklagend auch jedwedes Böse, und die Sünde, welcheich fliehen soll. Mit dem Fleische aber diene ich demGesetze der Sünde, indem ich der Sinnlichkeit mehrdiene, als der Vernunft. Daher kommt es, daß dasWollen des Guten mir beilieget, das Vollbringen aberich nicht finde. Daher setze ich mir oft viel Gutes