Druckschrift 
Von der Nachfolgung Christi
Entstehung
Seite
228
Einzelbild herunterladen
 

fließet, schreibet nichts Gutes sich zu, noch ist sie hoch-müthiglich vermessen. Nicht zanket sie, noch ziehet sieihre Meinung anderen vor, sondern in jeglichem Sinnund Verstände unterwirft sie sich der ewigen Weisheitund göttlichem Examen. Die Natur gelüstet, das Ge-heime zu wissen und Neues zu hören; sie will äußer-lich erscheinen und Vieles durch die Sinne erfahren,begehret anerkannt zu werden, und zu treiben, worausLob und Bewunderung hervorgehet. Allein die Gnadesorget nicht. Neues noch Seltsames zu vernehmen,dieweil all Dieß entsprungen ist aus der alten Ver-derbnis?, sintemal nichts Neues lind Dauerhaftes istauf Erden. Sie lehret demnach die Sinne bezähmen,eitle Gefallsucht und Großthuerei vermeiden, das Lobcns-würdige und was des Bewunderns werth ist, demüthiglichverbergen, lind um jegliche Sache und in jeglichemWissen der Nützlichkeit Frucht und Gottes Lob undEhre suchen. Sie will nicht, daß sie oder das Ihrigeausposaunet werde, sondern wünschet, daß Gott in allseinen Gaben möge gebencdeiet werden, der Alles auslauter Liebe spendet.

8. Diese Gnade ist ein übernatürlich Licht und einesonderliche Gabe Gottes, And eigentlich der AuscrwähltenSiegel und ein Pfand des ewigen Heils, welches denMenschen vom Irdischen zur Liebe des HMmlischcnerbebet, und aus einem fleischlichen Menschen einen