218
Daß man niedrigen Werken obliegen muß :c.
ohne Ursach lobet. Denn wie viel ein Jeglicher istin Deinen Augen, so viel ist er und nicht mehr, sagtder demüthige Sanct Franciscus (2Kor. 10,17 u. 18).
Ein und fünfzigstes Kapitel.
Daß man niedrigen Werken obliegen mnß, wenn man zu denhöchsten zu schwach ist.
1. Mein Sohn, nicht vermagst du allzeit inbrünstigerem Verlangen der Tugenden zu stehen, nochauf einer höheren Stufe der Beschauung dick zu be-haupten, sondern nothwendig mußt du bisweilen ur-sprünglicher Verderbtheit halben zum Unteren hinab-steigen, und die Last des hinfälligen Lebens, auchwider Willen und mit Ueberdruß tragen. So langedu den sterblichen Leib trägest, wirst du Ueberdrußfühlen und Beschwerniß des Herzens. Derhalbcnmußt du oft im Fleische über des Fleisches Last seuf-zen, darum daß du nicht vermagst, geistlichen Bestre-bungen und göttlicher Beschauung unablässig anzuhan-gen (Röm. 12).
2. Alsdann ist's dir gut, zu den niedrigen undäußerlicheren Werken zu flüchten, und in guten Hand-lungen dich zu erquicken, meine Zukunft und die