Daß man nicht allen Menschen glauben darf:c. 199
hie, oder siehe da! (Matth. 10,36. Luc. 17,23.) Ichbin durch meinen Schaden belehrt worden; und o daßichs wäre nur zu größerer Behutsamkeit und nicktzur Thorheit! Sei behutsam, spricht Jener, sei behut-sam! Behalte bei dir, was ich sage! Und indem ichschweige, und meine, es sei verborgen, so kann erselbst nicht verschweigen, was er von mir wollte ver-schwiegen haben, sondern sofort verräth er mich undsich, und gehet davon. Vor dergleichen schwatzhaftenund unbesonnenen Menschen behüte mich, Herr, daßich nicht in ihre Hände falle, noch jemals Solchesbegehe! Ein wahrhaftig und beständig Wort gib inmeinen Mund, und die schlaue Zunge thue fern vonmir! Was ich nicht leiden will, muß ich allerdingsselbst meiden (1 Petr. 3, 8—18).
6. O wie gut und friedfertig ist's, von Andernschweigen, und nicht ohne Unterschied Alles glauben,noch leichthin weitersagen. Wenigen sich selbst offenbaren,Dich immer suchen als Aufseher des Herzens, undnicht von jedem Wind der Worte umhergetriebenwerden, sondern wünschen, daß alles Inwendige undAuswendige, nach dem Wohlgefallen deines Willens,vollbracht werde! Wie sicher ist's zur Bewahrung derhimmlischen Gnade, allen Schein vor Menschen fliehen,und nicht begehren, was draußen Bewunderung zu ge-währen scheint, sondern das mit aller Engigkeit ver-