188 Daß der Mensch nichts Gutes ans sich selber hat :c.
treiben. Derhalben ist es nicht das Geringste, auchim Geringsten sich selbst zu verlassen.
3. Ein wahrer Fortschritt des Menschen ist dieSelbstverleugnung, und ein Mensch, der sich selbstverleugnet hat, ist gar frei und sicher. Aber der alteFeind, alles Guten Widersacher, lässet nicht ab vonder Versuchung, sondern Tag und Nacht sinnet er aufschwere Nachstellungen, ob er etwa in den Fallstrickdes Betrugs stürzen könne den Unbehutsamen. Wachetund betet, spricht der Herr, auf daß ihr nicht in An-fechtung fallet! (Match. 26, 41.)
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Vierzigstes Kapitel.
Daß der Mensch nichts Gutes aus sich selber hat, und sichkeines Dinges rühmen kann.
1. Herr, was ist der Mensch, daß du seiner ge-denkst, oder des Menschen Kind, daß du es heim-suchest? (Ps. 8.) Was hat der Mensch verdienet, daßdu ihm gäbest deine Gnade? Herr, was kann ich kla-gen, wenn du mich verlässest? Oder was kann ichmit Recht vorwenden, wenn du, was ich bitte, nichtgethan? Gewißlich kann ich wohl dieß in Wahrheitgedenken und sprechen: Herr, ich bin nichts, ich kann