86 'Von der Dankbarkeit sist.die Gnade Gottes.
daß der Mensch stärker sei, das Widerwärtige zu er,tragen. So folget auch Anfechtung, damit er sichnicht des Guten überhebe. Der Teufel schläft nicht,auch ist das Fleisch noch nicht todt; darum laß nichtab, dich zum Streit zu bereiten, dieweil zur Rechtenund zur Linken Feinde sind, die nimmer ruhen!(1 Petr.5, 5 — 11.)
Zehntes Kapitel.
Von der Dankbarkeit für die Gnade Gottes.
1. Warum suchst du Ruhe, da du doch zur Ar,best geboren bist? Schicke dich vielmehr zur Geduld,denn zu Tröstungen, und zum Kreuztragen mehr, dennzur Fröhlichkeit. Denn welcher von den weltlichenMenschen empfinge nicht gern Tröstungen und geist-liche Freude, wenn er's allzeit erhalten könnte, dieweildie geistlichen Tröstungen alle Ergötzungen der Weltund alle Wollust des Fleisches übertreffen? Denn alleweltlichen Ergötzungcn sind entweder eitel oder schänd-lich, die geistlichen Ergötzungen aber allein erheiterndund ehrbar, aus den Tugenden geboren, und vonGott reinen Gemüthern eingegossen. Jedoch vermagNiemand diese göttlichen Tröstungen jederzeit nach sei-