Hg Von Betrachtung des menschlichen Elends.
gelangest. Wofern du dir nicht Gewalt thust, wirstdu die Sünde nicht überwinden. So lange wir diesengebrechlichen Leib tragen, können wir nicht ohne Sündesein, noch ohne Schmerz und Ueberdruß leben. Wirhätten gerne Ruhe von allen, Elend, aber weil wirdurch die Sünde die Unschuld verloren haben, sindwir auch der wahren Glückseligkeit verlustig worden.Darum müssen wir festhalten die Geduld, und aufGottes Barmherzigkeit harren, bis dieses Ungemachvorübergehe, und die Sterblichkeit verschlungen werdevom Leben (Rom. 7. Z Kor. 5).
6. O wie groß ist die menschliche Gebrechlichkeit,welche immer geneigt ist zur Sünde! Heute bekennestdu deine Sünden, und morgen begehest du wieder,die du bekannt hast. Jetzt nimmst du dir vor, dichzu hüten, und über eine Stunde handelst du, als obdu dir nichts vorgesetzt hättest. Billig also mögenwir uns demüthigen, und nimmer was Großes vonuns selber halten, weil wir so gebrechlich und unbe,ständig stnd. Es kann auch gar bald durch Nachlässigkeitverloren gehen, was durch viele Arbeit kaum endlichdurch die Gnade erlangt worden ist (Ps. 51).
7. Was wird noch zuletzt aus uns werden, diewir so frühe lau sind? Wehe uns, wenn wir so zurRuhe neigen wollen, gleich als ob bereits Friede seiund Sicherheit, da doch noch keine Spur wahrer