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Von der Nachfolgung Christi
Entstehung
Seite
46
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/. (i Von Betrachtung des menschlichen Elends.

Mensch! Wie ist er so reich, so groß, so mächtigund hoch! Aber gib Acht auf die himmlischen Güter,und du wirst sehen, daß alle diese zeitlichen Güternichts sind, sondern gar ungewiß und mehr beschwerlich,weil ste niemals ohne Furcht und Sorge besessenwerden. Des Menschen Glückseligkeit bestehet nichtdarin, daß er Zeitliches habe zum Ueberfluß, sondernes genügt ihm sein bescheiden Theil. In Wahrheit,ein Elend ist es, auf Erden leben. Je geistlicher einMensch sein will, desto bitterer wird ihm das gegen-wärtige Leben, weil er besser empfindet und klarersieht menschlicher Werderbniß Gebrechen. Denn essen,trinken, wachen, schlafen, ruhen, arbeiten, und andernNothdürftigkeiten unterworfen sein ist wahrlich eingroßes Elend und Kreuz einem gottseligen Menschen,welcher gern entbunden und frei wäre von aller Sünde.

3. Denn der innerliche Mensch wird sehr vonden leiblichen Nothdürftigkeiten in dieser Welt be-schweret, weßhalb der Prophet andächtiglich bittet, daßer davon möge frei sein, wenn er spricht: Herr, reißemich aus meinen Nöthen! (Pf. 25, 17.) Wehe aberDenen, die ihr Elend nicht erkennen, und noch mehrn e.)e Denen, die d.eß elende und vergängliche Lebenlieb haben! Denn Einige umsahen dasselbe mit solcherLiebe, ob sie gleich mit Arbeiten oder Betteln kaun:das Nothdürftige haben mögen, daß, wenn sie hienie-