Tafel 8.
Asien VIII.
1. Hochasien. Uebersicht.
Aelteste Völker im Norden u. Westen v. China die Stämme Jung (Schan-jung), Hien-yün u. Hun-yök.
Reich der Hunnen (Hiung nu, Türkenstamm, Arimaspen des Aristeas) in der Mongoleium 1200 v. Chr. bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. Ch’un (Schun), Abkömmlingdes Gründers der Hsia-Dynastie, angeblich Stammvater der Hiung nu (ein-fach Hu genannt).
Die Tung-hu (Tungusen) östlich v. den Hiung nu; die Stämme Wu-huan u. Sien-pi,Vorfahren der mandschurischen u. koreanischen Völkerschaften.
Die Yü-etschi in Kansu, die Wusun nordwestlich, im Norden des Nan-schangebirges.
Moduk (Maotun), S des Tuman, F der Hiung nu, besiegt die Tung-hu 209 v. Chr., dieYü-etschi 176 v. Chr., f 174 v. Chr.
Kiyuk, S, F, f 160 v. Chr.; Kün-ch’en, S, f 126 v. Chr.
Die Yü-etschi ziehen nach Nord westen in das Tien-schau-Gebiet 176 v. Chr., verbindensich mit dem Tochara-Stamm, verdrängen die Saken nach Süden, werden vonden Wusun vertrieben 160 v. Chr. und gründen ein großes Reich in Baktrien.
K’un-mo, S des Nan-tou-mi, F der Wusun um 126 v. Chr.
Die Sien-pi (Tungusen) dringen v. der Mandschurei nach Westen.
Tun-shih-huai, F der Sien-pi um 150 n. Chr., f 190 n. Chr.
Kuli, F der Toba, eines Stammes der Sien-pi, gründet das Reich Pei-WeT 386 n. Chr.
Am obern Oxus um die Mitte des 1. Jahrh. v. Chr. das Gebiet der 5 Jabgu (Hi-hou),aus dem Reiche der Yü-etschi hervorgegangen.
Die Hin-sün u. Küntu, zwei Stämme der Saken, nordwestlich v. Kaschgar.
Reich So-c’he mächtig um 65 v. Chr.
Talun, Herrscher der Yen-yen (Juan-juan, Tataren), unterwirft die Sien-pi um 400 n. Chr.
Tumyn, Herrscher der Türken (Tuküe), unterwirft die Uiguren am Altai 536 n. Chr.,vernichtet das Reich der Yen-yen 552 n. Chr.
Spaltung der Türken in ein östliches und westliches Reich um 600 n. Chr.
Chazaren, ein Stamm der Türken, dringen nach Osteuropa vor 626 n. Chr.
Kinli, Chan der östlichen Türken, von den Chinesen unterworfen 630 n. Chr.
Kutluk (Ko-to-lo), Herrscher der Osttürken, unabhängig 681 n. Chr.
Metchan, Br; Mekilien, dessen Neffe, Herrscher der Osttürken.
Vernichtung des Osttürken-Reiches durch Uiguren u. Chinesen um 745 n. Chr.
Vernichtung des Westtürken-Reiches durch die Karluk (türkisch-mongolischer Stamm)760 in- Chr.
Die Herrschaft der Uiguren vernichtet durch Chinesen u. Kirgisen 830 n. Chr.
Die Khitan in der Mongolei mächtig im 10 und 11. Jahrhundert.
Die Kin oder Nü-tschi besiegen die Khitan 1125 n. Chr.
Yesukai (Yissugai), Herrscher der Mongolen f .1175 n. Chr.
Temudjin, S, seit 1206 Djengis-Chan (vollkommener Herrscher), stiftet das Mongolenreich.Gegen-Herrscher Ong-chan.
Ogdai (Ogotai-Chan), S, Grosschan 1227—1242; Nai-ma-chen (Jurakina), Gattin, Regentin1242—1246,
Kuyuk-Chan (Gajuk), S, 1246—1248; Mangu Chan (Mengko), Vetter, 1251—1259.
Kublai-Chan, Br, Grosschan in Peking 1260—96; Arikbuga (Alipuko) in Karokorum 1260bis 1264.
Zerfall des Mongolenreiches seit 1260 n. Chr.
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Reich Kiptschak (Kaptsc./'k) in Westsibirien u. Osteuropa,zerfällt seit c. 1440.
2. Tibet. Uebersicht.
Reich K’iang um 200 v. Chr. — Reich der Tanguten.
Srongdsan Gampo, K 629—689 n. Chr., gründet das Reich Tibet, führt den Buddhismusein. Hauptstadt Lhassa.
Khri-Srong-detsan, K 740—786 n. Chr.; Ralpadschan, S, K c. 786—801 n. Chr.Thissong-Tedsan, K 801—845. Niedergang des Reiches im 10. Jahrhundert.
Mongolische Oberhoheit u. Entwicklung des Kirchenstaates im 13. Jahrhundert.
Phagspa (Pasepa), Lama (= Priester), v. Kublai-Chan 1260 n. Chr., als geistliches Ober-haupt eingesetzt.
Tsongkapa, Reformator, Stifter der gelben Lamas, * 1555, f 1619 n. Chr.
Bogda Sodnam Gyentso (= Dalai = Weltmeer), 1578 erster Dalai-Lama, t 1583.
Nawang Lobsang, Dalai-Lama, seit 1643 auch weltlicher Herrscher.
Der Choschotenfürst Guschi-Chan unterwirft dem Dalai-Lama 1644 West-Tibet.
Sangkiu, K (Tipa) 1682, get. 1705; Latran-Chan (La-tsang) 1705—1717, get.
Zagan Araptan, F der Dsungaren, erob. Tibet 1717, vertrieben 1720 v. Kanghsi, chines.Kaiser.
Pholonai, K, setzt 1727 den Dalai-Lama ab, 1734 wieder ein, f 1746.
Namgjal (Talebador), S, weltlicher K 1746—1750.
Theokratie der Dalai-Lama unter chinesischer Oberhoheit seit 1750.
Lobsang Dschampal, Dalai-Lama 1758—1808. Danach Kinder als Dalai-Lama.
Gulab-Singh, Herrscher v. Kaschmir, erobert Ladak 1834.
Tibet unabhängig v. China seit 1892. Englische Expedition nach Lhassa 1904.
3. Kaschmir.
Die Saken errichten um 160 v. Chr. das Reich Kipin.
Wu-t’ou-lao, Yin-mo-fu, Fürsten v. Kipin im 1. Jahrh. v. Chr.
Kaniska, Beherrscher des Kaschau-Reiches; unterwirft um 50 v. Chr. das Land.
Schams ud-din führt den Islam ein 1315 n. Chr.
Die politische Selbständigkeit verloren 1341. Mohammedanische Hindufürsten herrschen.Kaschmir durch Akbar dem Reiche v. Delhi einverleibt 1586.
Kaschmir unter den afghanischen Herrschern der Durani-Dynastie 1752.
Randschit-Singh, Maharadscha v. Lahore, vereinigt Kaschmir 1819 mit Indien, t 1839.Gulab-Singh, Maharadscha v. Lahore u. Herrscher v. Kaschmir, 1846 brittischer Vasall.
4. Ost-Turkestan.
Kalmüken (Olöthen, Dsungaren) machen sich 1630 n. Chr. v. den Mongolen unabhängig.Kaldan (Boschuktu-Chan) erob. 1671 n. Chr. die Mongolei, f 1696.
Zagan Araptan, F, reg. 1696—1720. Das Dsungarenreich 1759 v. den Chinesen vernichtet.Yakub-Bei, 1868 Herrscher v. Ost-Turkestan, nennt sich 1870 Verteidiger des Glaubens,t 1877.
Ost-Turkestan wieder chinesich 1878.
Reich Djagatai in Turkestan (Transoxanien),zerfällt seit c. 1360.
Reich Jran (Persien), Dynastie der Jlchane.1256-1349.
Reich China, Yüan-Dynastie,1260-1368.