Vorwort.
eit Johannes Hübner vor etwa 200 Jahren seine jetzt veralteten genealogischen Tabellen herausgab, sind, so viel ich weiss, keine ausführlichenTafeln erschienen, die sich über die gesamte politische Geschichte verbreiten, so dass ich glaube, mit den vorliegenden Tafeln eine Lücke aus-zufüllen. Ursprünglich war meine Idee, von allen historischen Personen die Stammtafeln im Zusammenhänge der Familien, soweit bekannt,festzustellen. Aber, besonders durch die Weltgeschichte v. Helmolt angeregt, fand ich bald, dass eine Ordnung nach Ländern der geschichtlichen Er-kenntnis besser dient. Freilich lässt sich diese Ordnung nicht strenge durchführen, namentlich wenn wenige Glieder einer Familie einem andernLande angehören als dem der Mehrzahl. Anderseits tritt der Uebelstand ein, dass eine Familie, zu der zahlreiche historische Personen in verschiedenenLändern gehören, gleichsam auseinandergerissen wird, wie z. B. die Kapetinger in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal erscheinen.
Die Ordnung nach Ländern führte unwillkürlich zu Regententafeln und kurzen Uebersichten bei den einzelnen Ländern, um den Stammtafelnals Ergänzung und zu besserm Verständnis zu dienen. Um die Tafeln übersichtlich zu gestalten, das Werk nicht zu umfangreich werden zu lassen undnutzlose Weitläufigkeiten zu vermeiden, sind folgende Massregeln getroffen:
1. Die unverheirateten weiblichen Personen, die keine besondere Stellung hatten, sind grossenteils weggelassen, ebenso die männlichenPersonen, die schon als Kinder starben.
2. Die Monatsdaten sind in Form von Brüchen geschrieben. Der Nenner bezeichnet den Monat, der Zähler den Tag des Monats.
3. Abkürzungen einzelner Worte sind eingeführt, s. nächste Seite.
4. Bei den nichtregierenden Familien sind manche Zwischenglieder weggefallen.
5. Die Namen der einzelnen Glieder der Stammtafeln sind durch besondere Schrift ausgezeichnet.
Die benutzten Quellen sind so mannigfaltiger Art, dass sie kaum mit einiger Vollständigkeit anzugeben sind, zumal ich anfangs die Tafelngar nicht zu veröffentlichen dachte und daher nicht jede Quelle mir merkte. Natürlich benutzte ich die bekannten genealogischen Werke von Hopf,Cohn, v. Behr u. andere, ferner die Regententafeln v. Wilberg, manche Monographien, Geschichtswerke wie Heeren u. Ukert, Oncken, Helmolt, EduardMeyer etc., die gothaischen Kalender, Conversationslexica, Zeitungsnachrichten.
Ich zweifle nicht, dass dies Werk manche Fehler und Lücken enthält. Bei einer so namen- und zahlenreichen Arbeit ist das wohl kaum zuvermeiden. Ich bin daher jedem dankbar, der mich auf Fehler und Lücken aufmerksam macht. Zunächst habe ich die drei ersten Bände fertig gestellt,die alle Länder der Erde umfassen ausser Deutschland. Den vierten Band (Deutschland) hoffe ich nach wenigen Jahren zu vollenden.
Zum Schluss möchte ich an dieser Stelle dem Herrn Archivrat Dr. Schuster und dem Herrn Professor D. Lehmann-Haupt in Berlin meinenwarmen Dank aussprechen für die Unterstützung, die sie mir für die Herausgabe dieses Werkes geliehen haben.
Hamburg, April 1911.
W. Bahnson.