XXIX
Wodurch th»t sich der Genius kund? — Wodurch sich der
Schöpfer
Kund thut; in der Natur, in dem unendlichen All.
Diesem Genius dient der Adler zum Glcichniß,der nach der Sonne fliegt, eine Bahn, auf der ihmKeiner voranflog, Keiner nachfliegen wird; die Bahnist seine Regel, die er anderswo her hatte, als ansLehrbüchern, das Eigentlichste und Tiefste seines Geistes.
Wie tief und ernstlich Moser über Behandlungdes reichen, ihm zum Eigcnthum gewordenen Stoffesnachgedacht, wie gründlich er der Eigcnthümlichkcitund dem Rcichthum seiner Muttersprache nachgeforscht,wie sauer er es sich habe werden lassen, um beimNiederschreiben dessen, was seinen Geist und sein Herzerfüllte, den richtigen Ton zu treffen, davon sind diefolgenden, leider auch unvollendeten Aufsätze: dieGeschichte in der Gestalt einer Epopöe, überdie deutsche Sprache, und Vorrede zur zwei-ten Auflage des Harle quin, bedeutende Zeug-nisse. Der zweite unter diesen kann als eine Ergän-zung des unter Nr. 9. mitgcthciltcn Briefes an Mi-chaelis betrachtet werden. Die Vorrede zum Harlc-quin mochte Moser schreiben, indem er mit einer neuenvermehrten Ausgabe dieses Meisterwerks umging; einesolche zu liefern hinderte ihn vielleicht der in Bremenim I. 1777 veranstaltete Abdruck, der wahrscheinlich