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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Überblick über Römer- und Nibelungenspuren 19S

Berg auf und ich will dir geben Gold und Silber, so viel du haben willst unddich zum Häuptling setzen über mein Reich, und dir deinen Vater und deineBlutsfreunde büßen; auch sollst du all dieses Gold und Silber haben, dashier in dem Berge ist, und noch viel anderes dazu; und ich will dich dasnimmer entgelten lassen, was du hier getan hast.'

Da antwortete Aldrian: ,König Attila, du begehrtest sehr der NibelungenHort, als dein Schwager König Günther und seine Brüder noch lebten; nunbist du so glücklich worden, daß du allein all das Gold und Silber habenkannst, das diese Könige gehabt haben. Ist nun nicht erfüllt, was ich voraus-sah? Daß noch der Tag kommen werde, da du Gerstenbrot essen und Wassertrinken müssest.'

Da antwortete König Attila: ,Ich wollte nun gern beides, Brot essen undWasser trinken, wenn es vorhanden wäre.'

Da antwortete Aldrian: ,Willst du nun Gerstenbrot essen und faulesWasser trinken? auch das magst du nun nimmer haben: trink nun Gold undSilber, da hat dich lange nach gedürstet.'

Da nahm Aldrian Steine und Rasen und trug es vor die Türen undlegte so viel darauf, daß er wohl wußte, daß König Attila nimmer mit demLeben von dannen käme."

Verfolgen wir nun, geführt von der Sage, den Todeszug des Varusweiter, so brauchen wir auf dem Schauplatz der Virkenbaumsage nicht nocheinmal Halt zu machen, weil wir hier den Sagenstoff schon mit in unsereGeschichtsdarstellung verflochten haben, und so bleibt uns hier nur noch übrig,beim Lager in Elsey selbst auf die Flurnamen noch einmal hinzudeuten, dieeinen Zusammenhang mit der Nibelungensage auch nach dieser Richtung alswahrscheinlich erscheinen lassen; es ist die uns schon öfter begegneteSchlangenheck e", die Westseite des Lagers, und an dessen Ostseite dieGoldäcker", weiter am Ostabhang des Uferkastellberges dasGeld-feuer", das nach der Sage hier mit unheimlicher, grünlich-gelber Flammeglühen soll. Erinnern wir uns noch einmal des Heidenkönigs, der hierin dreifachem Sarge, dessen innere Hülle von Gold ist, schlummert, so müssenwir als natürlich voraussetzen, daß tatsächlich die hiesigen Ortssagen mitHünen und Riesen, Gold und Schlangen, Endschlachtsagen und Blutströmeneinen Bestandteil größerer in der westfälischen Nibelungensage fortklingenderSagenkreise gebildet haben. Gern wollen wir es auch dem Lünener Chro-nisten Spormecker im 16. Jahrhundert glauben, daß die Ufer der bei Lünenströmenden Gewässer, Lippe und Seseke, noch zu seiner Zeit alssagen-berühmt" gepriesen wurden.

Ziehen wir nun endlich auch Tanten-Troja mit in den Sagenkreis hinein,der sich durch die auch bei Oberaden blühende Thebäersage erweislicheng mit dieser Römerstätte verknüpft hat, so liegt eine Linie RheinWeser vor uns, an der unmöglich die in solcher Folge sich aneinander-reihenden Sagen durch Zufall ihren Nährboden und volkstümliche Pflege ge-funden haben können. Mllllenhoffs Gesetz:Sage beruht stets aufeiner Tatsache" hat, wenn irgendwo, dann hier seine Bestätigung ge-funden.

So ist es wirklich und fast buchstäblich einroter Fade n", an demsich unsere geschichtlichen Örtlichkeiten aufreihen. Da aber, wo sich die Sagen

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