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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Überblick über Römer- und Nibelungenspuren

am Birkenbaum an den Grenzen des Herzogtums Westfalen, endlich auchdie Gegend des Gutes Schulze Steinen nordwestlich vom Birkenbaum, fürdie schreckliche Schlacht in Anspruch nehmen und geheimnisvolle Zusammen-hänge zwischen der Birken baumsage und der Nibelungensagevermuten dürfen.

Ja, sollte nicht letzten Endes sich in der Einladung der Nibe-lungen an den Königshof zu Soest auch ein Ereignis der Geschichtewiderspiegeln: Die Einladung der Cherusker an Varus, vom Rhein fortins Wesergebiet zu ziehen? Die Grundmotive: Einladung, Verrat,Hinmordung, Hinterlassenschaft an Gold, Fluch und eigeneZerrüttung schimmern so stark bei dieser Annahme durch, daß es unsdoch scheinen will, als habe wirklich zum mindesten eine unbewußtegegenseitige Berührung der beiden innerlich verwandten und auch in ihrerUnterbringung örtlich angenäherten Sagenstoffe auf der gemeinsamen Grund-lage des Katastrophenmotivs stattgefunden.

Nun aber haben wir über den Bergungsort des Nibelungenhorteseine in der westfälischen Sage uns begegnende Fassung, die wiederum ganzanders klingt als die übermalte Überlieferung, die uns den versenkten Schatzim Rhein will schauen lassen, wobei wenigstens die Frage aufgeworfen seinmag:Hat etwa hier eine in der westfälischen Sage mit der OrtsangabeRain (rzm, ren) auftretende Überlieferung in Verwechslung mit Rhein aber-mals eine naheliegende Verschiebung von der Grenze (rain) an den Rhein-strom verursacht? Wir ständen dann vor einem bekannten Sagengesetz, nachdem volksmäßiger Sang und romantische Neigung von jeher bestrebt waren,große Begebenheiten aus stillen Winkeln, wo ihr wirklicher Schauplatzwar, an große Ströme heranzurücken. Das gilt besonders auch, wie wirsahen, von der Donau, an die letzten Endes sogar von der Sage die Kata-launische Schlacht verlegt worden ist.

Liegt nun der Nibelungenhort, in dem wir des Varus und seinesglänzenden Hofes Hinterlassenschaft vermuten zu dürfen glauben, amRain",d. h. im Markengebiet der Teuten, liegt er im Arnsberger Wald im Gebietder vielen hundert Grabhügel, wo dann wieder amDrachenstein" der überdem Golde brütende Wurm durchaus sagengemäß untergebracht ist?

Und zu dieser Annahme führt uns auch der Schluß der westfäli-schen Nibelungensage. Zur Stützung unserer Berechtigung, denArnsbergerwald in unsere nachzeichnende Geschichtsdarstellung einbeziehen zudürfen, sei nur vorab bemerkt, daß uns von der Sage selb st Weding-hausen bei Arnsberg (Vadincusan) mit Namen genannt wird. Dort,nicht weit von romantischen Waldgegenden, die der alte Knappe in früherenIahren von der Lippe aus auf seinen Abenteuerfahrten zur Weser oder nachBonn-Bern so oft durchschweift hat, hat Heime im Waldkloster Wedinghausenstillen Frieden gefunden: Heime, Dietrichs Waffengenosse! So muß derArnsberger Wald oder der Lürwald, das königliche Jagdgebiet Attilas, andessen südwestlichem Rande auch Ballova (Balve) mit der Wielandsschmiedeund der Höhle der kunstfertigen Zwerge liegt, in der westfälischen Sage alsbevorzugte Stätte gegolten haben.

Das tritt uns nun in dem Augenblick besonders vor die Seele, als nachder Nibelungenkatastrophe in Soest der Hunen-König Attila fürder in seinem

Prein, Aliso und die Varusschlacht