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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Späterer römischer Reichsbesitz im Lippe- und Ruhrland 133

Zu diesem selben Ergebnis kommen wir aber auch noch durch den Kriegs-zug des Maximinus Thrax um das Jahr 240, also noch unterGallienus. Die uns bei dieser Gelegenheit gegebene Geländeschilderung ent-spricht so auffallend unserer Gegend, daß wir sie mit Sicherheit wiederer-kennen. Wir befinden uns in einem sumpfreichen Waldgebiet, in das dieFeinde sich zurückgezogen haben. Es sind aber keine einzelnen Waldgruppen,sondern lang sich hinziehende Wälder, offenbar Grenzwälder,worauf auch die Heiligtümer deuten, die der Feldherr verwüstet. Der Gangdieser Kämpfe ist der, daß die Feinde, die weit nach Westen vorgedrungen zusein scheinen, von der unbewaldeten Ebene zu diesen Grenzwäldern fliehen.Der Kaiser berichtet an den Senat, daß er etwa SO römische Meilen weit, also75 Irin über den Rhein hinaus vorgedrungen sei. Aber noch sind nicht dieäußersten Wälder" erreicht, weil die ausgedehnten Sümpfe ein weiteresVordringen unmöglich machten.

Wie auch schon Wormstall annahm, ist Maximin von Mainz aus denRhein heruntergezogen und etwa von Neuß aus am Saum des rheinisch-westfälischen Verglandes entlang in das Gebiet südlich der mittlerenLippe gelangt, wo nach Osten hin Waldgebiet sich ausdehnt, dessen Endeer nicht erreicht.

Besonders geeignet, uns in der beschriebenen Landschaft unsere engereHeimat wiedererkennen zu lassen, ist nun vor allem der Kriegszug desJulianus vom Jahre 360. Dieser ging von der StadtTricen-sima" aus; das ist Tanten.Der Kaiser überschreitet den Rhein und dringtin schnellem Vormarsch in das Land der Franken ein, die mit ihremfrüheren Stammesnamen Chattuarier heißen. Es sind das .unruhigeMenschen', die darauf bedacht sind, immerfort die Ostgrenzen Galliens anzu-greifen. Der Kaiser greift sie an, und weil sie wegen ihrer steinigen Gebirgs-wege glaubten, es käme wohl nie ein Feind bis in ihre Gegenden, war essogar ein leicht errungener Sieg, den er erfocht. So schnell wie der Anmarschwar auch die Rückkehr." Wiederum merken wir, wie die so oft bewährteAnmarsch st raße südlich der Lippe sich auch nach 350 Jahrennoch als durchaus geeignet erweist für größere Kriegsunternehmungen. Waraber erst ein Angriffsheer bis an den Nordrand des Gebirges gekommen,dann war selbst auf so schwierigem Gelände auf Erfolg zu rechnen.

Und nun noch ein letzter römischer Kriegszug aus spätester Zeit. Eswar um das Jahr 388, als wie uns Gregor von Tours erzählt derrömische Feldherr Quintinus zur Bestrafung der Franken, die immerwieder über den Rhein drangen, in deren Gebiet einfiel. Nun sind wir inder Lage, sehr genau die Örtlichkeiten festzustellen, denn das Heer geht beiNivisium (Neuß) über den Rhein und gelangt, nachdem zwei Marschlagererrichtet worden waren, also in einer Entfernung von 75 Irrn, in das Gebietder Feinde. Wir nehmen damit für die beiden Marschtage je 30 Um an undgehen weiter von der Voraussetzung aus, daß auch noch vom zweiten Lageraus ein Vormarsch von 15 Um erfolgte, weil die Feinde ihre Gehöfte verlassenund sich in ihre Wälder geflüchtet hatten. Einige Eingänge (salwch zu diesenhatten sie durch Verhaue gesperrt. Sie wissen aber die Feinde aufsumpfige Stellen zu locken, die in den Wäldern sich hinter den absichtlichoffen gelassenen Eingängen finden. Dann schießen sie von den Vaumgipfeln,