Druckschrift 
12 (1803)
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

bcn. Auf einem sogenannten Kurfürstenrage,der zu ?lnfaug dieses Jahres (162z Jan.)zu Negensburg gehalten wurde, war es demKaiser sehr leicht, die meisten Stimmen fürseinen harten AuSspruch über den unglückli-chen Friedrich zu gewinnen. Unter siebenKurfürsten waren ja drey geistliche, welchedie Vergrößerung des bayrischen Fürstenhau-ses, auf Kosten einer calvinifchcn Familie,sehr gern sahen. Der Kurfürst von Sachsenverweigerte zwar seine Einwilligung einigeZeit' aber die Oberlausitz, die man ihm fürseine 7 Millionen Gulden Kriegskosten, alsein Unterpfand, einräumte, hob seine Bc-dcnklichkcitcn. Auf den fortdauernden Wi-derspruch des Kurfürsten von Brandenburgwurde gar nicht geachtet. So vcrlohr alsoFriedrich sein Land und sein Würde, undnachdem dieser Krieg fünf Jahre gedauerthatte, genoß Ferdinand die Freude, fast nie-mand von seinen Feinden mehr in den Waf-fen zu sehen.

Um eben diese Zeit endigte sich auch dasschreckliche Unwesen der Kipper und Wippcr,welches das durch den zuchtlosen Krieg ver-ursachte