57
ner 'Armee von Rom entfernt, als man, umden Ausgang des für die Nation so wichti-gen Streites ganz unbekümmert, die einfal-lenden Feste mit der sorglosesten Fröhlichkeitfeyerte. Dem Sieger Vitcllius wurde nun,eben so wie den vorigen Kaisern, zugeklatschtund zugerufen, und der Senat bewies sicheben so bereitwillig, ihm alle möglichen Be-weise der Ehrfurcht und Hochachtung zu ge-ben. Als Vespasians Generale sich der StadtRom näherten, erboth sich der Pöbel haufen-weise gegen den Vitcllius zum Kriegsdienste,und die Vornehmen versprachen Geldbeiträge;als aber die Zeit des Marsches und der Zah-lung gekommen war, da gab es weder Sol-daten noch Geld. Vespasians Truppen dran-gen in die Stadt, und schlugen sich in der-selben mit den Anhängern des Vitcllius her-um. Der Pöbel klatschte, so wie bey Schau-spielen, bald dieser, bald jener Parthey, sei-nen Beyfall zu. Man zog die Ucbcrwunde-ncn, die sich in den Häusern oder Budenversteckt hatten, aus ihren Schlupfwinkelnhervor, um sie erwürgen zu lassen, und plün-derte eben sowohl die, welche Zuflucht ge-sucht, als die, welche ihnen ihren Schutz
vcr-