Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
Seite
36
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Sobald die Christen von den Juden sichvöllig trennten, sobald mußte sich auch ihreeigene Kirchenverfassung bilden. Da die er-sten Christen aber meistens Juden waren, sobehielten sie von der gottesdienstlichcn Ein-richtung der jüdischen Religion alles dasjenigebey, was mit den Lehren ihres neuen Glau-bens nicht im Widersprüche stand. Sie feuer-ten daher anfangs nicht nur den Sonntag,sondern auch den Sabbath; sie setzten das Le-sen aus dem alten Testamente fort; sie wid-meten den übrigen Theil des Gottesdienstesdem Bethen, dem Singen und dem Lehrvor-trage; sie behielten das Fasten, die Fcycrdes Ostcrlammes, den Kirchenbann (die Aus-schließung von der christlichen Gemeinde) unddie Kirchcnzucht bey. An die Stelle der jü-dischen Opfer trat, wenigstens nach der Mey-nung der spätern Zeiten, das Abendmahl, unddie fcycrliche Aufnahme unter die Christenbezeichnete die Taufe, welche anfangs ganznatürlich an erwachsenen Personen verrichtetwerden mußte. Ausserdem hielten die erstenChristen auch noch sogenannte Liebcsmahle,welche das Band der Freundschaft noch festerknüpfen sollten. Die Aufsicht über den Gottes-dienst,