M lll. Abtheilung. IX. Kapitel.
oder weniger heftig warm oder feucht betrachtet ha-ben, können in Betracht dieser Flüssigkeiten wichtigereFunktionen verrichten, als alle, die wir ihnen bis jetztzugeschrieben haben. Mir einem Worte, es wirken be-standig grosse allgemeine Ursachen in der Atmosphäre,deren unsre eingeschlossene Luft beraubt ist: und nur,wenn man die Meteorologie und Chemie gemeinschaftlichhandeln laßt, können wir uns vor Irrthümern sichereund in beyden einige Schritte der Wahrheit näher zukommen hoffen.
§- 857.
Ich kann mich aber des Gedankens nicht einschlagen,daß unsre Untersuchungen über diese wichtigen Gegen-stände immer sehr schwankend bleiben, und daher nurvon geringem Erfolge begleitet seyn werden, so langewir keine hinlänglich sichre Theorie über die Natur derausdehnbaren Flüssigkeiten, und selbst über die Sta-tur der physischen Wirkungsniittel überhaupt besitzen.Der Gang der Hypothesen, so lange er von Analogieausgeht, und in dem, was dessen fähig ist, auf die Er-fahrung führt, ist sicher der kürzeste, um in den Ent-deckungen weiter zu gehen: ohne ihn sind die Fortschrittenur zufällig, und oft liegen uns sogar die Phänomenevor Augen, ohne daß sie uns rühren, weil sie sich ankeine Idee, um sie zu unterstützen oder zu widerlegen,anknüpfen. Man wird aber bey Erfindung guter Hy-pothesen sehr eingeschränkt, wenn uns keine allgemeineThcvriecn helfen, welche die Summe von schon beobach-teten und bestimmten Phänomenen dem Geiste entgegenhalten. Weil nun die ausdehnbaren Flüssigkeitender vorzüglichste Gegenstand unsrer Untersuchungen inder Physik geworden sind; so muß es sehr wichtig seyn,unter allgemeine Gesetzt alles zu sammeln, was uns die
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