256 II! Abtheilung. V!. Kapitel.
größer ist; dieses entscheidet aber nicht über die Natuedieser Wirkungen selbst. Ich rechne ohne Zweifel dahin,die Kraft Wärme zu erzeugen: dies geschieht aber nichtunmittelbar, und folglich ist die Menge die sie hervor-bringen, der ihrigen nur unter einerley Umstanden pro-portional. Obgleich daher die Dichtigkeit der Sonnen-strahlen auf dem Gipfel der Gebirge größer ist als inden Ebnen, so bringen sie hier in der Lttft wenigerWärme hervor; sie können hier aber in gewissen Kör-pern mehr hervorbringen: welches die wichtigen Ver-suche des Herrn von Sallssure selbst zu bestätigen dienen.
§. 774-
„Ucbcrzeugt (sagt er §. 9Z2) daß die vorzüglichsteUrsache der Kalte auf hohen und isolirten Gipfeln, sey,daß sie von einer beständig kalten Luft umgeben und er-kaltet werden; weil diese weder von den Sonnenstrahlen,wegen ihrer Durchsichtigkeit, noch von der Oberflächeder Erde, wegen der Entfernung die sie davon trennt,stark erwärmt werden kann; wollte ich sehen, ob die gra-ben Sonnenstrahlen auf dem Gipfel eines hohen Gebir-ges eben die Wirksamkeit hätten, wie auf den Ebnen,wenn der Körper, auf den sie wirken sollten , so gelegtwäre, daß er in der umgebenden Luft wenig oder garnicht erkältet werden könnte. Zu dieser Absicht ließ ich,nach verschiedenen Versuchen, deren Beschreibung michzu weitführen würde, aus Tannenholzvon Zoll Dicke,eine Buchse machen, die im Lichten einen Fuß Lange bey9 Zoll Breite und Höhe hatte; innwendig ließ ich dieseBüchse mit schwarz gefärbtem Korke einen Zoll dick aus-schlagen, und verschloß sie mit drey in Rahmen gefaßtenSpiegelglas-Platten, die unter einander gelegt waren,so daß zwischen ihnen : ? Zoll Zwischenraum blieb. Wennalso diese Büchse gegen die Sonne gehalten wurde , fs
drangen