202 III. Abtheilung. V. Kapitel.
§. 718.
Wenn der durch Gewitterwolken erzeugte Regenvon einer gegenseitigen Zersetzung,der inflammadlen Luftmit einem Theile atmosphärischer, herrühren solte; somüste die erste Luftart in großem Uebcrflusse in denSchichten, wozu gleicher Zeit der Donner entsteht,sich befinden. Wie oft aber rollen nicht diese Gewölkein den hohen Thälern und Verengerungen der Gebirge,in gleicher Höhe mitden Stellen, wo die Menschen Feueranzünden: und würden sie nicht alsdann diese Schichtenentzünden, wo sich also so viele instaminable Lust be-fünde? Wenn ferner die Verbrennung der instamma-bleu Luft mir der atmosphärischen Wasser erzeugthat; so ist das Rückblcibsel dieser Luftarten sowohl zuneuen Verbrennungen, als für die Respiration untaug-lich. Wenn also das Wasser im Regen und zuerst dasin den Wolken , sich durch eine solche Zersetzung deratmosphärischen Luft bildete; so müste das Ueberbleib-scl dieser Luftschichten, welche dies Wasser durch dieDonner oder in den gewöhnlichen Fallen erzeugt hatten,gleichfalls zu diesen benden Funktionen unfähig werden.Man wird aber keine ahnliche Veränderung in der Lust,welche die Regenwolken einschlieft, gewahr. In dembesondern Falle der Gewitterwolken endlich, sehen wirzwar die Gewölke, wo der Donner zu murmeln an-fängt, größer werden, es donnert aber nicht ohne be-reits gebildete Gewölke. Die Bildung der Gewölkeselbst, ist aber das Fundamentalphanomen, und wennman wüßte woher sie rühren; so wurde keine wesentlicheSchwierigkeit über den Regen mehr übrig bleiben.
§. 7-9-