Von der Bildung des Wassers in der Lust. 177
§. 699.
Ein sehr merkwürdiger Umstand bey diesen letzten Ver-suchen der Herren Lavoisier und de la Place ist, dergroße Unterschied in der, von derselben Menge reiner Lust,erzeugten Wärme, die Luft mag zerstört oder in sitze ver-wandelt seyn; welcher Unterschied sich in den comparativenWirkungen des Vcrbrennens des Phosphors und derKohle offenbart. Es ist sehr wahrscheinlich, daß in einemoder dem andern Falle die brennbare Substanz insiam-mable Luft hervorbringt; daß diese aus dem Phosphoraber unmittelbar mit der reinen Luft die Verbindungeingehe, welche Wasser erzeugt; die aus der Kohleaber hier nur schwer eingehe und vielmehr suche mit ihrsitze Luft zu bilden; worauf ich bald wieder kommenwerde. Nach dieser Idee ließ mich Herr Watt in dem-selben oben bereits ausgezogenen Briefe bemerken, daßdie Vcrgleichung dieser Versuche der Herren Lavoisierund de la Place unter einander, vielleicht einen Weggäbe, um die comparativen Mengen der latentenWarme in der reinen und brennbaren Luft zu entdck-ken. Da mir diese Idee sehr glücklich schien; so fieng ichan zu rechnen, und ob ich gleich fühle, daß eine großeUngewißheit in dem Gange ist, dem ich damals folgte,so werde ich ihn hier dennoch anzeigen: weil alles wasdie Modifikationen der Luft betrift noch sehr dunkel ist,und die Hypothesen neue Untersuchungen veranlassen.
Ich will zuerst an einige Thatsachen erinnern, die wirdem D. Pricstlei) schuldig sind, und die uns durch Ana-logie leiten können. Die erste ist eine merkwürdige Bil-dung von sitzer Luft, wobey die Bestandtheile dieser Luftauf eine offenbare Weise bekannt zu seyn scheinen. Wenndas Eisen im leeren Raume stark erhitzt ist; so bringt esDe kücö Meteorol. -- Tl>. M inflam-