Von der Bildung deß Wassers in der Luft. »69
Diese Theorie war von Herrn Watt nur in Absicht derWärme verschieden: da Herr Watt diese, als dieWirkung einer besondern Substanz ansähe, die zu Ver-wandschaften fähig wäre und dadurch in die Zusammen-setzung der Luftarten cingienge; anstatt daß Herr Ca-vendifh sie nur als einen gewissen Zustand der werkba-ren Substanzen betrachtet. Es war also ohne Zweifelein großer Unterschied in ihren Ideen über diesen Punktder allgemeinen Physik; was aber die Zusammensetzungdes Wassers und Bildung der dephlvgistifirtcn Luftbetrift, so waren ihre Ideen durchaus dieselben, obgleichaus verschiedenen Thatsachen hergeleitet. Diese Ueber-einstimmung lzweycr Physiker, wie der Herren Caven-dish und Watt, war im Stande ihrer gemeinschaftli-chen Theorie Zutrauen zu verschaffen, und ich wünschte,daß die von Herrn Watt gleichfalls bekannt wäre, undda ich noch nicht bereit war sie anzuzeigen, so verlangteich, daß er sie der Königlichen Societät mittheilte, undersuchte ihn um die Erlaubniß, es thun Zu dürfen. SeinBrief vom od. November wurde sodann in der Societätverlesen und findet sich in den Phijys. Transakt. vonDemselben Jahre.
§. 688.
Herr Lavoisiev endlich, setzte mit Herrn MdlMt'erdie Versuche dieser Klasse, welche er im Junius 178 z.angefangen, fort, und trieb sie sehr weit durch sehr be-kannte Verfahrungsarten, welche alle Fundamentalfol-gen, die ich über die Natur des Wassers vorgetragen,bestätigten. Denn obgleich er kein Phlogisson, in dervon vielen Ehemistcn noch angenommenen Bedeutung,zugiebt; ist seine Idee über die Bestandtheile des Was-sers, mit denen von den Herren Cavcndish und Wattdennoch einerley; weil sie im Grunde nur der bloße Aus-
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