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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
59
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Von dem Regen. 59

geschieht eine neue Verdünstung, wodurch die bläschen-förmigen Dünste verschwinden. Dies kann ein jeder,in Betracht des Nebels, den das siedende Wasser bildet,beobachtet haben, welches auf dieselbe Weise auch beydenen Statt hat, die unsre Thaler bisweilen anfüllenund unsre Ebnen im Herbste bedecken. Ist man auch nuretwas aufmerksam auf die Oberfläche dieser von den Ber-gen betrachteten Nebel, um sie als ein schönes Schau-spiel anzusehen, so kann man sich überzeugen, daß siedurchsichtig sind; daß die Ausdünstung ihr MiU'MNlMan der Oberfläche der Wasser erreicht hat, weil die Luftzur äußersten Feuchtheil gekommen ist; und daß diebläschenfvrmigen Dünste, welche die Durchsichtigkeitdieser Luft trüben, Wochen oder sogar Monathe langdieselben bleiben; d.h. so lange der Nebel sich in dersel-ben Höhe erhält. Das Phänomen weicht aber sehr vondiesem ersten Anschein ab: die Ausdünstung fährt ander Oberfläche der Wasser fort; die blaschenfürmigenDünste, die sich daraus bilden, steigen ohne Aufhörenund eine neue Verdünstung hat an der Oberfläche derNebel Statt. Es ist ein eben so unterhaltendes als lehr-reiches Schauspiel, wenn man diese Oberfläche von einemetwas über sie erhabenen Orte und in einem großen Thalebetrachtet, wo man in einiger Entfernung von Tannen-wäldern braune Gebirge hat. Ein solches von denSonnenstrahlen erleuchtetes Thal, scheint mit Baum-wolle angefüllt zu seyn, die auf ihrer ganzen Oberflächein unsichtbare Fäden gesponnen ist: überall sind Wülste,wie die Spinnerinnen beym ausziehen der Wolle aus demSpinnrocken machen um den Faden zu bilden, und sieverschwinden allmählig indem sie sich in die Luft zerstreuen.Zuweilen verlangern sich diese Wülste und trennen sichvon der Masse, indem sie aufsteigen wollen: man siehtsie alsdenn sich ausbreiten, wie sich ein Haufen Gaze

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