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Des Morgens (7. Nov. 7755) um neunllbr brach bey heiterm, stillem Wetter plöh-lich zu Lissabon eine Erdscbüttcrung ein, die70 Minuten anhielt. Aber diese kurze Zeitwar hinlänglich, die schönsten Pallaste, dieherrlichsten Kirchen der Hauptstadt Portu-gals in bejammernswürdige Trümmern zuverwandeln. Eben waren, dcs Aller Heiliggen Festes wegen, sehr viele Menschen inden Kirchen versammelt. Diese wurdennun unter den einstürzenden Gewölben undMauern begraben. Was das Erdbeben nichtumwarf, verzehrte eine von demselben un-zertrennliche Fcucrsbrunst. Um dieses schreck-liche Schauspiel aber gleichsam noch zu ver-größern, überstieg das stürmische Meer seinegewöhnliche Höhe um 60 Fuß, riß es vielekleine am Hafen stehende Häuser mit fort,zerstörte es Zollhauser und Waarenlager.Auch die Städte Braga, Coimbra und Sc-tuval waren durch dieses Erdbeben sehr be-schädigt; aber das traurigste Schicksal trafdoch Lissabon. Der ganze westliche Theilvon Lissabon, oder die Hälfte desselben,wurde zerstört. Man rechnete die Zahl derUmgekommnen zwischen zo - 40,000. Die
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