Druckschrift 
Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

188

62. Wenn reine Lieb auf Erden wohnt,so wohnt sie gewiß nur in dem Herzen dessen,der die Verachtung liebt; denn der vergißt sichselbst, nnd sucht nichts als GotteS Willen, Got-tes Ehre und Gottes Wohlgefallen.

63. Die Hauptursache, warum wir uns sowenig und gar nicht bessern, ist diese: wir woblen nicht ganz von der Gnade abhängen, nichtunser ganzes Vertrauen aus Gott al-lein setzen; sondern wir bauen noch allzuvielaus Kreaturen, das ist, auf die Mittel,deren wir uns zu unsrer Besscrrmig bedienen,z. B. aus gute Bücher, auf Gespräche mit an-dern, auf Predigten, Betrachtungen u.dgl. DieseDinge sind alle gut, wenn wir sie gebrauchenmit großer Zuversicht zu Gott, der es doch al-lein vermag, uns aus unserm Verderben herauszu ziehen, und sich in uns zu verherrlichen zumLobe seiner preiswürdigcn Gnade.

. Ich kann Gott nichts geben, und nichtsfür Ihn thun. Das Beste, was ich kann, ist,daß ich meine Unmacht bekenne, und auch die-ses Bekenntniß kann ich ohne seine Gnade nichtmachen. Er ist es selbst, der es in mir thut.

65. Wir müssen uns nicht so sehr überunsre Unvollkommcnheitcn beunruhigen. Sie sindböse Kinder, die man zwar nicht lieben", aberdoch dulden muß, weil sie dazu dienen, uns inunsern Augen zu vernichten, und uns die gro-ßen, und unendlichen Vernichtungen Jesu Christiam Kreuze gleichförmig zu machen.

66. O mein Gott! wie schwer ist es, sichselbst in keinen, Stücke zu suchen, und nichtnach Sclbsterhebung zu streben! Diese Neigung