Entdeckungen, Offenbarungen, die in der Seeleschnelle Veränderungen hervorbringen, daß sie esnicht eher bemerkt, als bis es geschehe» ist. —Die Seele hat hier nichts zu thu», als sich ganzstille zu halte», um anzunehmen, was Gott mit-theilt, es sey Wirkung oder Ruhe. Sie sollnur einfältig, demüthig und treu in ihren Pflich-ten bleiben, und vor allem die Zerstreuung derSinne, und die Ausschweifung deS Verstandesin eitlen Gedanken, so wie das innere, oderäußere geschäftige Treiben in ihren Verrichtun-gen meiden.
5. Das Nichts ist bereitet allem, wasGott haben will; es verlangt nichts, es wähltnichts, es schlägt auch nichts aus. Gott han-delt nach seinem Wohlgefallen, und es ist seinergöttlichen Wirkung unterworfen. Zu diesemStande kommt aber die Seele nicht ohne großeKämpfe, beständiges Streben und langes Leiden.Doch ei» Augenblick des Genußcs Gottes ist eswerth, daß man alle Leiden der Welt dulde.
6. In diesem Stand der heiligen Stille kannman keine Geselle geben, da ist die Regel undWeise, keine zu haben. Bald leidet die Seele,bald wirket sie, auf diese oder jene Weise, er-wartet und nimmt in Einfalt an, was ihr vonGott für Eindrücke gegeben werden.
7. Gott giebt mir zu erkennen, daß ich dieeignen Wirksamkeiten meines Geistes verlierenund verläugncn müsse, um mit Ihm vollkommenvereinigt zu werden, damit Er mir alles sey,meinen Geist regiere, beherrsche und völlig be-sitze — und ich außer mir selbst in Gott alleinlebe, und nur seines Geistes lebe.
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