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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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146
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indem Er ihr alle Nahrung lind Nutzen ent-zieht, die sie van ihren eignen Lichtern, lieblichenEmpfindungen und Anmuthungcn ihres Willenserhält. So von sich selbst entblößet, und übersich selbst, über Sinne und Vernunft erhaben,geht die Seele in die heilige Stille ein, umGottes Gegenwart in sich zu erfahren, und Ihnanzuschauen im bloficn Lichte des Glaubens.(Das Volk, das in Finsternis! saß, hatein großes Licht gesehen :c. welch einLicht? Wclclies anders, als Jesus Christus,geboren in der Seele des Gerechten?welches Paulus die Entdeckung und Offen-barung Jesu in sich nennt. Gal. 1, 15.)

3. In dieser heiligen Stille wirket Gott inder Seele, wie ein Maler aus einem schon zu-bereiteten Tuche mit seinen, Pinsel machet, wasIhm gefällt. Gott nimmt die Seele gleichsamgefangen, und bindet ihr die Hände, das ist,alle ihre Seelenkräste. Sie hat nichts mehr,worauf sie sich stützen könnte Sie ist in Gottverloren. Meistens ist sie in ein gänzliches Un-vermögen, etwas zu wirken versetzt, wo sie nichtswill, oder unternimmt; sondern nur sich fertigund bereit hält zu allen,, waS Gott ihr zu offen-baren belieben möchte. Bisweilen süklt sic eineFülle Gottes, welche sie ganz einnimmt und be-sitzt. Ein andersmal sieht sie sich so .efangenvon der heiligen Liebe, von dem Gcnusie deshöchsten Gutes, daß ihr alles, so herrlich esscheinen mag,schmackhaft und bitter vorkommt.

4. Der Verstand kann hier nichts machenmit seinen Ucbcrlegungcn und eignen Lichtern,sondern Gott giebt ihm gewisse und plötzliche