Gottes Ehre könne man mehr befördern, wennman Ansehen hak So betrügt sie die Eitel-keit nnd Eigenliebe.
3. Man mag aber sagen nnd denken wasman will; wir haben von dem wahren GeisteJesu Christi nicht mehr, als soviel wir wahreSelbstverläugnnng besitzen. Er hat sich für nnserniedriget nnd wir ehren Ihn nicht, wenn wirunsern Hochmuth nicht opfern. Wir opfern ihn,wenn wir nns gerne andern unterwerfen, gerneden Willen anderer befolgen, gerne verachtetwerden, und die Hindernisse unserer Unterneh-mungen eben so sehr lieben, als ihren gntenFortgang; denn die Demüthigung ist mehrwerth, als wenn uns alles wohl gelingt.
4. Wir wollen gar so gern aus den verächt-lichen Ständen heraus, um, wie wir sagen, destobesser Gott lieben, nnd dienen zu können. Abereben in dem verächtlichsten Stande kann manGott am lautesten liebe», weil wir da nichtsliebenSwürdigcrs sehen, als Ihn. O dn Geistder Welt und Natur, wie unwissend bist du!Du kannst nicht begreifen, daß der schönsteGlanz, und die höchste Stufe der Erhebungeiner Seele nur darin bestehe, daß sie nach demBeispiele Christi in den tiefsten Erniedrigungenstehe, indem nur darin die reine Liebe sichereWohnnng findet. O Herr, gieb mir denGeist der Erniedrigung, um deinergöttliche» Erniedrigung willen!
5. Weil also Gott will, daß ich seinem Sohnans dem Wege der Erniedrigung folgen soll,was habe ich weiter zu thun, als sie willig an-zunehmen? Andere mögen Gott verherrlichen,