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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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der Wunde des Herzens, als aus dem Mundeder Liebe eine Stimme ausgehe, die zu mirspricht: Ich bin die Thüre, gehe hinein, so wirddir wohl seyn mit Mir; das entzündet mich,Dir nachzufolgen.

VI.

Von der Gleichförmigkeit mit JesusChristus durch die Nachfolge des ver-borgenen und unbekannten Lebens Jesu.

1. Jesus, der bis ins dreißigste Jahr in derarmen Hütte seiner Eltern, in der Werkstatteines Zimmcrmanns die geringste» Arbeiten ver-richtete, ohne seine Erkenntniß, Kraft und Er-habenheit zu zeigen, und als der geringste unterden Menschen verborgen war, Jesus giebt mirdie Lcction einer tiefe» Demuth, die alleMenschen beschämt. Er brannte vor Begierde,Seelen selig zu machen, und die Herrlichkeitseines Vaters zu offenbaren, und blieb doch solange in Demuth, in Verachtung und im Still-schweigen verborgen, ohne etwas zu unternehmen.

2. Wie gar so ungern bleiben wir im Dun-keln, wie ungern üben wir die Tugenden desEvangeliums, die kein äußeres Ansehen haben,Armuth, Demuth, Geduld ?c. Der Menschwird geboren mit der Neigung sich überall sehenzu lassen, auch in der Tugend. Die Vernunftweiß auch dieser Eitelkeit einen Tugendanstrichzu geben: man müsse dem Nächsten dienen, Liebeübe», Liebe sey die vornehmste Tugend u. s. w.freilich wohl, und dieß kann nicht geschehen, ohne