dcm Einen mehr, dein Ander» weniger schenket.Weil» ich gleich davon den geringsten Theil habe,so bin ich doch so zufrieden, als wenn ich dengrößten hätte.
XVI.
Die Betrachtung der VollkommenheitenGottes bewahret die Gegenwart Gottes.
Eine liebende Seele, kann die Abwesenheitibres Geliebten nicht ertragen. Hohel. 3—4.Deßwegen bcintiht sich die Liebe, denselben stetsgegenwärtig zu erhalten, — dadurch, daß sie sichmit seinem Wesen und seinen Vollkommenheitenbeschäftigt.
1. Das Wesen Gottes ist unendlich, ewigund unermeßlich. Gott würdigt uns, daß Erin uns wohnen will, — und unser Herz gehthin, und wohnt in Nichts, — in dcm Ge-schöpfe. Sollen wir den» ohne Aufhören leben,uns bewegen, und seyn in GottcS Schooß,und dennoch Ihn vergessen? — Die meistenDinge, womit sich die Welt beschäftigt, sind keinWesen, sondern mir Einbildung; z. B-: Ehreund Wurde, Lob und Ansehen der Menschen,und alle Hochheit der Welt. So giebt es sinn-lich fühlbare Dinge, — als — allgemeineWahrheiten, aber diese Dinge sind weder ewignoch unermeßlich, nach ohne Fehl. O meinGott! ich erhebe mich, so viel ich kann, Dich zufinden; — Du bist unabhängig von unserer Ein-bildung und Vernunft, und von unsern Sin-nen — Du bist höher, als alles. O Du ewiges