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nes zu seyn, ist kein Werk von einem Tag.Man mnsi viele Jahre mit seinen Gebrechenund Schwachheiten Geduld tragen. Die Eigen-liebe eilet so sehr nach Vollkommenheit, willmehr scpn, als Gott will. Die Hoffart isteine Quelle unzähliger Beunruhigungen; sie ver-wirret uns unaufhörlich, und will immer höherfliegen, als Gott uns zur Zeit noch nicht ha-ben will.
Wenn die Seele Jesum Cbristum we-sentlich i» sich gefunden hat, (Kol. 1, 27.) sofindet sie in Ihm auch ihre Ruhe, (Matlh. kl,39.) ihre volle Befriedigung, (Philip. 3, 8. 9.und Joh. 16, 33.) ihre Freiheit, (Joh. 8, 36.)und ihre Seligkeit. (1 Joh. 5,12.) So elendsie sich auch immer sieht, so bekümmert sie s nicht,weil der ewige Vater in seinem Sohne alleinalles Wohlgefallen hat.
„O ihr alle, die ibr euch selbst selig zu machen„glaubt, und cucrn Scligmachcr unbenützt lasset,„ich fürchte, ihr habt euch überrechnet. "Ich cin-„mal finde in Ihm Alles, außer Ihm bin ich„cntblösset von allem Guten. Ich bin sehr ver-gnügt, daß mir alles mangelt, um diesen mäch-tigen Scligmacher zu haben*). Er weiß wohl,„daß ich nichts von mir, sondern alles von Ihm„allein erwarte; und, da ich in mir nichts, als„Gegenstände der Scham und der Abschculich-„keit finde, so finde ich in Ihm alle meine Herr-„lichkeit, u. s. w."
Eine reine Seele will nur Gott befriedigen,
') O glückliche Schuld! welche einen solchen und so großenErlöser zu haben verdiente, singt Augustin.