Friedrich Wilhelms I wohlgcbildetcr Kör-per hatte fast die Höhe von scchstchalb Fuß,und hatte in den ältern Jahren so sehr anSchwere zugenommen, daß sein Gewicht aufdritkhalb Centner betrug. Aus seinem durch-dringenden Blicke leuchtete doch auch etwasMenschenfreundliches hervor. Seine Art zudenken und zu handeln, war zum Theil eineFolge seiner Selbstbildung; denn die Erzie-hung seiner Mutter der vortrefflichen Char-lotte von Hannover, paßte nicht für seinenCharakter. So sehr daher Friedrich Wilhelmihr Andenken ehrte, so meynte er doch, daß siealles versäumt hatte, was zur Bildung einesSohnes nöthig wäre; sie wäre zwar einekluge Frau, aber auch eine böse Christingewesen, und der Vater hätte, auf die Bil-dung seines Verstandes und Herzens gar nichtachtend, ihn blos an Hoffeyerlichkeiten undPracht zu gewöhnen gesucht. Auf Gottes-furcht hielt Friedrich besonders sehr viel. Auchwar er ein großer Verehrer der holländischenReinlichkeit; er wählte daher gewöhnlichHolländer zu seinen Castellanen. Doch dieHaupttricbfeder seiner Gesinnungen und Hand-lungen war der soldatische Geist.
Frie-