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Der Ehrgeitz der Maintenon war nochgrößer, als ihr Verstand. Sie wollte nochfrömmer scheinen, als sie wirklich war; sienahm bestandig die Maske der Tugend undFrömmigkeit vor. Aber bey Ludwigs Todeließ sie ihren eigentlichen Charakter ziemlichdurchschimmern. Sie verließ den sterbendenKönig vier Tage vor seinem Tode, undals sie sich, auf sein ernstliches Verlangen,wieder bey ihm einstellte, verweilte sie nureinige Augenblicke. Nach der Versicherungdes Zeitgenossen Duclos trennte sie sichin den letzten Tagen nicht von LudwigsSterbebette. Aber das Schicksal von denen,die sein Vertrauen am meisten besassen, inden letzten Stunden seines Lebens sich ver-lassen zu sehen, hatte Ludwig XIV über-haupt. Auch Mainc und Tcllter bliebennicht bey ihm. Nur einige Bedienten hiel-ten bis zu seinem letzten Athemzuge aus.
So sehr sich übrigens die Maintenon ge-ehrt und gefürchtet sah, so sehr fühlte siees doch, daß sie nicht allgemein geliebtwurde, so wenig war sie doch im Ganzenglücklich, weil ihr die Krone fehlte, weil
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