Ludwig XIV, dessen italienische Bundes-genossen die Ucberlegcnhcit des Kaisers solebhaft fühlten, befand sich damahls selbst inder bcdrängtcsten Lage. Die Kräfte seinesStaates waren ganz erschöpft, und dessenCredit vernichtet. Das Volk, das den un-glücklichen Ludwig angebetet hatte, murrteüber den unglücklichen. Leute, denen dieeigennützigen Minister das Wohl der Unter-thanen verkauft hatten, bereicherten sich aufKosten ihres.Unglücks, und spotteten desselbendurch ihren Luxus. Die von ihnen vorge-schossenen Geldsummen waren verschleudert,und wenn Kauflcute von St. Mala, die vonPeru Zo Millionen Livrcs zurückbrachten, dieHälfte derselben nicht dem Staate geborgthätten, so würde die Armee unbezahlt geblie-ben scyn. Dicß half jedoch nur auf einigeMonathe. Die Werbungen, welche zur Er-gänzung der Armee nöthig waren, hatten ei-nen schlechten Fortgang. Mehrere Provin-zen waren so entvölkert, daß sie Wüsteneycnglichen. Chamillart, der an dieser unglückli-chen Lage Frankreichs am meisten Schuld war,legte zwar (1708) die Aufsicht über die Fi-nanzen, und (1709) auch die Leitung des
Kriegs-