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Neros Gewissen war damahls noch so rege,baß er, gleich nach vollendeter That, das Böse,was er verübt hatte, sehe lebhaft fühlte. Umden Abscheu, den es ihm zuziehen mußte, vonsich abzuwenden, gab er der Agrippina Schuld,daß sie ihn habe wollen ermorden lassen; fügteer dem Schreiben, das er deswegen vonNeapel an den Senat abgehen ließ, einumständliches Verzelchniß aller ihrer bösenHandlungen hinzu; maß er ihr alles dasUngerechte bey, was unter der Regierung desClaudius geschehen war; behauptete er, daßjedermann über ihren Tod, den sie durch ihreeigne Hand befördert habe, sich freuen müsse.Der niederträchtige Senat beschloß, ihmdeswegen feine Glückwünsche darzubringen,und ihm neue Ehrenuahmcn zu widmen.Dennoch wagte er es noch nicht, nach Romzurückzukehren, oder vor dem Senate und derBürgerschaft zu erscheinen. Aber die vielenSchmeichler, die sich unter seinem Hofstaatebefanden, wetteiferten untereinander, alleRegungen des Gewissens bey ihm zu unter-drücken, so glücklich, daß er nicht nur nachRom zurückgieng, sondern daß er auch gleichsamim Triumphe auf das Capitolium zog.
Noch