Druckschrift 
4 (1802)
Entstehung
Seite
457
Einzelbild herunterladen
 

457

rungskünste gegen ihn in Bewegung zu setzen.Claudius konnte ihnen nicht widerstehen ; erbrach sein Gelübde; er handelte dem Gesetzezuwider, welches die Heyrath mit der Nichteuntersagte, oder es wurde vielmehr vomschmeichlerischen Senate aufgehoben. Genug,Agrippina wurde des Claudius Gemahlin,und seitdem beherrschte sie ihn und denrömischen Staat ganz uneingeschränkt. Siebegleitete ihn in den Senat, saß ihm beyallen öffentlichen Fcyerlichkcitcn zur Seite, gabnebst ihm den fremden Fürsten und GesandtenGehör, und erschien, zum Erstaunen derRömer, sogar in den Gerichtshöfen. Dabeyhatte sie die Befriedigung ihrer Wollust,ihrer Habsucht, ihrer Grausamkeit, immerzum Ziele. Sie brachte es (50) leicht dahin,daß Claudius ihren Sohn Domilius, dennachmahligen Kaiser Nero, den er mit seinerTochter Octavia vermahlte, für seinen Sohnerklärte, ob er gleich am Britanniens schoneinen leiblichen Erben hatte. Während daßAgrippina den Britanniens stiefmütterlichbehandelte, daß sie seine Pflege, seine Erziehungvernachlässigte, ließ sie den noch nicht vierzehn;jährigen Nero vom Senate zum designirten

Con;