Druckschrift 
4 (1802)
Entstehung
Seite
453
Einzelbild herunterladen
 

'

-

4§Z

Verschämtheit der Messalina immer höher.Mancher brave Mann mußte sterben, weiler zu tugendhaft war, ihre Wünsche zubefriedigen. Lange blieb ihr abscheulicherLebenswandel dem Claudius unbekannt, undder einfältige Gemahl half sogar ihre Liebes?Handel befördern. Allein das Benehme» derMessalina war so schandlich, so öffentlich,daß es ihm (48) unmöglich langer verborgenbleiben konnte. Unter den Mannspersonen,denen sie ihre Gunst vorzüglich widmete,befand sich Silins, die schönste mannlicheFigur in ganz Rom. Silius mußte sich vonseiner Gemahlin scheiden, um nur für dieMessalina leben zu können. Sie besuchte ihn,von ihrem Hofstaate begleitet, nahm anfeiner Seite Reisen vor, und überhäufte ihnmit Reichthümern und Ehrenstellen. Siliusselbst fühlte das Gefahrvolle dieses Liebcshandclsendlich so sehr, daß er keinen andern Weg derSicherheit für sich fand, als den Untergang desMonarchen. Er rechnete aber dabey so sehrauf die Einfalt desselben, daß er es wagte,während daß Claudius in Sstia war, seineVermählung mit der Messalina öffentlich zufeyern. Messalina bildete sich ein, daß sich

»sie?