Druckschrift 
4 (1802)
Entstehung
Seite
429
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Gewalt im Staate gestrebt zu haben, somachte man die zärtliche Theilnahme an demSchicksale ihrer Verwandten, so machte mandie Thränen, die sie darüber vergossen/ihnenzum Verbrechen. So wurde eine edle Nö?mcnn hingerichtet, weil sie sich nicht hatteenthalten können, über den Tod ihres Sohneshn weinen. Der Vorwand, jemand hinrich-ten zu lassen, war vsc so unbedeutend, oderauch wohl so komisch, daß es auf ein Possen?spiel anzukommen schien. So galt es z. B.für ein MajestatSverbrechen, wenn jemand inder Nähe eines Bildnisses des Augnstus einenSclaven gezüchtigt, oder seine Kleider ge-wechselt hatte. Auch war es ein Majestät»?verbrechen, wenn man mit einer M-ünze odereinem Ringe, auf welchem sich das Bildnißdes Augnstus befand, an einen unreinen Ortgieng, oder wenn man sein Andenken durchden leichtesten Tadel entweihte. Ein vor?nchmev Mann in einer Provinz zog sich da?durch drn Tod zu, daß er an einem Tage,an welchem man dem Augnstus Ehrenbczeu?gungcn gewidmet hakte, sich gleichfalls Ehrerrweise» ließ, und ein reicher Grieche vcr?lohr sein Leben, weil einer seiner Vorfahren

ein